DEUTSCH  |  ENGLISH Sonntag, 01. Aug 2010

WILLKOMMEN AM HISTORISCHEN STANDORT

Die Lage direkt an der Spree ist eines der unverwechselbaren Merkmale des ABION Spreebogen Waterside Hotels. Von der hoteleigenen Anlegestelle
aus können die Berliner Gewässer erkundet werden, und wer will, kann mit dem Schiff über Kanäle und Flüsse bis in die Ost- oder Nordsee gelangen.
 
Von Schumanns Porzellan zum »Bolle-Wagen«
Bekannt wurde das Areal aber vor allem durch Carl Julius Andreas Bolle. Nach dem beruflichen Start als Maurerlehrling wurde er schließlich zu einem außerordentlich kreativen Unternehmer. Zuerst handelte er – ab 1860 – mit dem Eis der im Winter zugefrorenen Berliner Flüsse, dann mit Fisch und schließlich mit allem, was irgendwie mit Milch zu tun hatte.  Berühmt aber wurde Carl Bolle durch seine Milchwagen. 1882 waren schon sechzig Milchkutscher mit den »Bolle-Wagen« unterwegs, von denen die Berliner frische Milch kaufen konnten – damals eine Sensation. Im Juli 1886 kaufte Carl Bolle für eine Million Mark das Gelände der Schumann’schen Porzellan-Manufaktur, und ein knappes Jahr später nahm die Meierei C. Bolle hier ihren Betrieb auf. Frischmilch, eine teure Vorzugsmilch für Kinder, Magermilch und Käse, Butter und Margarine stellte Carl Bolle im Gebäude seiner Meierei her, das heute Herzstück des ABION Spreebogen Waterside Hotels ist.
 
"Bolle - Mädchen" haben jahrzehnte lang das Berliner Stadtbild geprägt. Mit Ihren Milchwagen zogen sie durch die Straßen und kündigten ihr Kommen mit
Glocken an. Die Berliner machten daraus das Lied vom "Bimmel-Bolle".
 
Heute Sitz des Bundesinnenministers. Zu Bolle - Zeiten ein unübersehbarer Fuhrpark von Bolle - Wagen, die die Berliner mit Frischmilch und
anderen Molkereiprodukten versorgten.
 
Für die Kinder seiner Arbeiter richtete er eine Schule ein, für die Erwachsenen im zweiten Stockwerk des Meierei-gebäudes eine Kapelle mit 650 Plätzen. Als er 1893 am Ende des Meiereigebäudes an der Straße Alt-Moabit eine Kapelle für 1.600 Personen einweihte, erschien sogar Kaiserin Auguste Viktoria. Im heutigen »Haus am Wasser« wohnten ledige Kutscher, außerdem sorgte Bolle mit Gast-wirtschaft und einer Leihbücherei für das körperliche und geistige Wohl seiner Mitarbeiter.
In den Wirren der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung. Dennoch wurde – unter neuen Besitzern – kräftig investiert. Neue Fabrikationsräume kamen hinzu, und bis 1962 gab es im Meiereigebäude sogar einen Weinkeller. Am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 nahezu völlig zerstört, ? el der Meierei die wichtige Aufgabe zu, die Lebensmittel-versorgung der Berliner zu einem großen Teil mit zu über-nehmen. Aus der ursprünglichen Meierei wurde ein Handelsunternehmen.
 
Die Geburtsstätte der FLG
Die Produktion wurde 1969 endgültig eingestellt. Aus den früheren Kuh- und Pferdeställen, Laboratorien und Produktionsräumen wurden Lager für Lebensmittel und Papiererzeugnisse, eine Spedition zog ein, und ab 1971 produzierte Ernst Freibergers Vater hier »EFA-Eis«. Hier entstand auch eine kleine Pizza-Versandbäckerei, die 1976 vor dem Konkurs stand. Ernst Freiberger kaufte sie und entwickelte aus ihr die Freiberger Lebensmittel GmbH – FLG, den größten Hersteller von Tiefkühlpizzen, -baguettes und -pasta Europas.

Spree-Bogen, ein architektonischer »Leuchtturm«
Nach Jahren, in denen es um das Bolle-Gelände ruhig gewor-den war, war es Ernst Freiberger, der zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung diesen historischen Standort im Herzen Berlins wiederbelebte. Es entstand das Bürogebäude »Der Spree-Bogen« mit seinen beiden prägnanten Türmen, heute Sitz des Bundesinnenministeriums. Das »Leute-Haus« Carl Bolles wurde in neuem Glanz wieder aufgebaut, dazu wurde das alte Meiereigebäude sorgfältig restauriert. Restaurants und Geschäfte sorgen für neues Leben.
 
Mit dem ABION Spreebogen Waterside Hotel wurde die alte Bolle-Meierei zu einem Anziehungspunkt für Gäste aus aller Welt, die sich wohlfühlen an einem Ort, an dem seit Jahrhunderten das Herz Berlins schlägt.

Lange vor den Gästen des ABION Spreebogen Waterside Hotels haben andere die Vorzüge dieser Wasserlage erkannt: Unternehmer, die im aufstrebenden Berlin des 19. Jahrhunderts auf günstige Transportwege angewiesen waren. Dazu gehören Friedrich Adolph Schumann und der legendäre Carl Bolle. Von Sammlern geschätzt sind heute die Porzellane, die auf dem Gelände des Spreebogens entstanden. Friedrich Adolph Schumann gründete 1835 eine Porzellan-Manufaktur und stellte vor allem Gebrauchsgeschirr her, das für die bürgerlichen Käuferschichten erschwinglich sein sollte. Zeitweise waren über 500 Arbeiter in dieser Manufaktur beschäftigt. Ihre Erzeugnisse fanden über Preußens Grenzen hinaus Abnehmer und waren auf vielen inter-nationalen Ausstellungen zu bewundern.
 
 
 
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